Fortbildungen
Präventionsworkshop Impfen für das HausarztteamBeginn: 25.05.2013, 09:00
Anmeldeschluss: 03.05.2013, 12:00
Ort: Haus der Siegerländer Wirtschaft, 57072 Siegen, Spandauer Str.25
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Nationale Impfziele erreichen: Durch Ansprache und Aufklärung in Apotheken - NIZA3-Impfstudie.
Kramer U., Wenk K.*; Duale Hochschule Lörrach, Studiengang Health Care Management* 1. Fragestellung: Gesetzliche Impfangebote zählen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Anspruchsberechtigte nehmen die Möglichkeit nicht in gewünschtem Maße wahr. Die Studie untersucht, ob durch eine strukturierte Ansprache auf und Aufklärung über Impfungen die Motivation zum Impftermin beim Arzt gesteigert werden kann. Dabei liegt der Schwerpunkt auf zwei Impfindikationen, die aufgrund ihrer Bedeutung für die Erreichung Nationaler Impfziele von besonderem Interesse sind: die Masernimpfung und die Influenza-/Pneumokokkenimpfung. 2. Ziele: 1. Sind die relevanten Zielgruppen in der Apotheke erreichbar, um sie für Masernimpfschutz bzw. Influenza-/Pneumokokkenimpfschutz zu sensiblisieren? 2. Wie gut ist deren selbst eingeschätzter Impfstatus? 3. Wie viele der befragten Apothekenkunden können sich daran erinnern, von Apotheker oder Arzt auf diesen Impfschutz angesprochen worden zu sein? 4. Wie hoch ist die in der Apotheke bekundete Bereitschaft, sich nach Ansprache und Aufklärung beim Arzt impfen zu lassen? 5. Wie viele Apothekenkunden gehen tatsächlich zum Arzt, um ihren Impfschutz überprüfen bzw. auffrischen zu lassen? 6. Wie häufig ist bei diesen Apothekenkunden der vom Arzt dokumentierte Impfschutz unvollständig bzw. vollständig? 7. Wie viele Impfungen werden durchgeführt, wie viele nicht? Wie viele Ärzte arbeiten im Rahmen der Studie mit Apotheken zusammen? 3. Methoden: Von Juli 2011 bis Dezember 2011 werden in insgesamt 48 Apotheken 2.275 Apothekenkunden aufgrund ihres Alters oder einer chronischen Grunderkrankung auf ihren Masern- bzw. Pneumokokken- und Influenzaimpfschutz angesprochen, die strukturierte Ansprache wird mit Hilfe eines Dokumentationsbogens erfasst. Kunden, die bereit sind, ihren Impfschutz beim Arzt überprüfen zu lassen, erhalten eine Studienkarte. Auf diesen Studienkarten wird das Ergebnis der Impfausweisprüfung dokumentiert von insgesamt 96 hausärztlich tätigen Impfpraxen. Alle Apothekenkunden haben darüberhinaus die Möglichkeit, einen Kundenfragebogen auszufüllen, mit dem Informationswege, Einstellung zum Impfen, Hürden für die Nutzung von Impfangeboten und die Einstellung zur Impfaufklärung in Apotheken erfasst wird, neben Alter und Geschlecht der befragten Apothekenkunden. 4. Ergebnisse 4.1 Ansprache der Apothekenkunden
b. Alter
Mehr als die Hälfte (60,5%) der angesprochenen Apothekenkunden sind 60 Jahre und älter. Jeder fünfte Kunden (22,9%) gehört zur Zielgruppe der jungen Erwachsenen, die nach 1970 geboren ist. Etwa jeder 6. Kunde ist zwischen 1952 und 1969 geboren. Lediglich 2,4 Prozent der Kunden sind Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren. c. ChronikerInsgesamt 1.103 der angesprochenen Apothekenkunden und damit knapp die Hälfte zählen zur Gruppe der Chroniker. Von diesen gehören fast 80 % zur Altersgruppe der Senioren (60 plus) Die restlichen Chroniker verteilen sich auf die Altersklasse der jungen Erwachsenen, die nach 1970 geborgen sind (8 %), der Erwachsenen, die nach 1951 und vor 1970 geboren sind (12,2%), sowie der Jugendlichen zwischen 9 und 17 Jahren (0,4%).
d. Letzte Impfung: Welche?
Ungestützt nennen Apothekenkunden die letzte Impfung, an die sie sich erinnern können. Insgesamt werden 3.288 Nennungen gemacht. Davon entfallen 26 % der Nennungen auf die Grippe, 22 % auf Tetanus. 18 Prozent können keine Impfung nennen.
e. Zeitpunkt letzte Impfung
Bei gut einem Drittel (35 %) der Befragten liegt die letzte Impfung maximal ein Jahr zurück, bei 27 Prozent zwischen ein und fünf Jahre. Etwa jeder Fünfte (18 %) kann sich nicht an den Zeitpunkt der letzten Impfung erinnern. f. Impfschutz
Auf ihren Pneumokokken- bzw. Masernimpfschutz angesprochen, geben 76 Prozent an, ihren Impfschutz nicht zu kennen (n = 921) bzw. zu wissen, dass dieser unvollständig ist (n = 629). Nur etwa jeder Vierte (23,7 %) ( n = 482) schätzt seinen Impfschutz als vollständig ein.
g. Ansprache auf Impfschutz
An eine Ansprache auf ihren Pneumokokken- bzw. Masernimpfschutz in der Apotheke oder beim Arzt, kann sich etwa jeder Fünfte (27,7%) der befragten Apothekenkunden erinnern. Die große Mehrheit(69,6%) gibt an, bisher weder vom Arzt noch vom Apotheker auf diesen Impfschutz angesprochen worden zu sein. h. Impfausweis
i. Impfbereitschaft
j. Studiendokumente
4.2. Dokumentation des Impfstatus beim Arzt
a. Alters- und Chronikerverteilung
Aufgrund der Altersverteilung und oder der Zugehörigkeit zur Gruppe der Chroniker haben 95 Personen (16,5%) eine Indikation für eine Masernimpfung und 74 % eine Indikation für die Grippe- und Pneumokokken-Impfung. Die Altersgruppe 60 plus ist in der Chronikergruppe am stärksten vertreten (n = 195), gefolgt von den Erwachsenen, die vor 1970 geboren sind (n=26) und den jungen Erwachsenen, den nach 1970 Geborenen (n=7). Unter den Jugendlichen sind keine Chroniker. b. Rücklauf
c. Impfschutz vollständigIm Rahmen der Studie überprüfen insgesamt 96 Arztpraxen den altersgerechten Impfschutz, gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Im Fokus der Studie stehen drei Altersgruppen: Jugendliche von 9 bis 17 Jahren, junge Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, Senioren (60 plus) sowie Chroniker. Sie werden insbesondere im Hinblick auf ihren Masern- und Pneumokokken-/Influenzaimpfschutz überprüft. Der Arzt dokumentiert, welche Impfungen vollständig sind. Mehrfachnennungen sind möglich. Insgesamt wird 632 mal ein vollständiger Impfschutz dokumentiert bei insgesamt 349 Apothekenkunden. d. Impfschutz unvollständigIm Rahmen der Studie überprüfen insgesamt 96 Arztpraxen den altersgerechten Impfschutz, gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO). Im Fokus der Studie stehen drei Altersgruppen: Jugendliche von 9 bis 17 Jahren, junge Erwachsene, die nach 1970 geboren sind, Senioren (60 plus) sowie Chroniker. Sie werden insbesondere im Hinblick auf ihren Masern- und Pneumokokken-/Influenzaimpfschutz überprüft. Der Arzt dokumentiert, welche Impfungen unvollständig sind. Mehrfachnennungen sind möglich. Insgesamt wird 572 mal ein unvollständiger Impfschutz dokumentiert bei 300 Apothekenkunden.
e. Impfung durchgeführtInsgesamt werden 352 Apothekenkunden geimpft, sie erhalten 479 Impfungen. Die Auffrischimpfung erfolgt gemäß STIKO-Empfehlung, d. h.im Jugendlichenalter mit Tetanus, Polio, Diphtherie, Keuchhusten und im Erwachsenenalter mit Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten.
f. Impfung nicht durchgeführt
4.3 Befragung Apothekenkunden
a. Alter
b. Geschlecht
c. InformationswegeFür etwa jeden vierten Befragten (23,0%) war Impfen in den letzten 24 Monaten kein Thema.
d. Impfeinstellung
e. Impfhürden
f. Impfaufklärung Apotheke
5. Diskussion: Die Zielgruppen, die sensibilisiert und motiviert werden müssen, um Nationale Impfziele zu erreichen, sind Kunden der Apotheke und können dort informiert werden. Der Anteil der Senioren (60,5%) und Chroniker (48,5%) unter den ansprechbaren Apothekenkunden ist überproportional groß und damit die Möglichkeit, diese über die Pneumokokken- und Influenzaimpfung aufzuklären. Der Anteil der Jugendlichen (DB 2,4%) und jungen Erwachsene (DB 22,9%), der über das Apothekenteam auf die Bedeutung, z. B. eines vollständigen Masernimpfschutzes aufmerksam gemacht werden kann, fällt dagegen deutlich ab. 6. Schlussfolgerungen und Konsequenzen für zukünftige Impfstrategien: Impfaufklärung in Apotheken zur Sensibilisierung der Bevölkerung und Motivation zum Impftermin beim Arzt ist gewünscht, notwendig und wirkungsvoll: Die große Mehrheit (93 %) der Befragten findet es gut und sehr gut, in der Apotheke auf Impfungen angesprochen und darüber informiert zu werden. Jeder Vierte wurde für das Thema Impfen in den letzten 24 Monaten überhaupt nicht erreicht, Dreiviertel kennen ihren Impfschutz nicht oder nehmen an, dass er unvollständig ist. Dem Apothekenteam gelingt es in hohem Maße, Kunden zum Impftermin beim Arzt zu motivieren (40 %). Von diesen Kunden haben 74 % eine Indikation für die Pneumokokken-/Influenza-Impfung und 16,5% für die Masernimpfung. Um den Anteil der jungen Erwachsenen und Jugendlichen zu erhöhen, die für die Masernimpfung sensibilisiert werden müssen, wäre eine stärkere Vernetzung gynäkologischen Impfpraxen sinnvoll. Vor allem die gesunden Frauen in dieser Alterszielgruppe sind häufig ausschließlich in gynäkologischer Behandlung und beim Einlösen von Rezepten für Kontrazeptiva in der Apotheke sehr gut erreichbar. An der NIZA3-Studie waren ausschließlich hausärztlich tätige Impfärzte beteiligt. Für die Erreichung nationaler Impfziele eröffnet der Weg über die Apotheke und die verstärkte Zusammenarbeit von Apotheken und Arztpraxen in der Ansprache auf und Aufklärung über Impfungen neue Chancen. Angesichts von bundesweit täglich 4 Millionen Kundenkontakten und dem dichten Netz von Apotheken bis in die ländlichen Regionen hinein, könnten Apotheker in die strukturierte Ansprache auf präventive Gesundheitsleistung wie Impfungen, zukünftig stärker eingebunden werden. Ihr fachliches Wissen, das hohe Vertrauen von Seiten der Apothekenkunden und die niedrigen Hürden für eine fundierte Beratung - ohne Termin und ohne Praxisgebühr - bieten gute Voraussetzungen. Weitere Informationen zur Studie und Download der Online-Pressemappe unter www.niza3.de Tipp für den Präventionsalltag: Kontakt: Initiative Präventionspartner |


























